So entsteht Giordana Radsportbekleidung in Italien

Giordana produziert seine Radsportbekleidung in der familieneigenen Produktionsstätte in Venetien. Dabei geht es um weit mehr als das Herkunftslabel «Made in Italy»: Entwicklung, Materialauswahl, Schnitt, Druck, Nähen und Kontrolle müssen präzise zusammenspielen, damit am Ende ein funktionierendes Radsportprodukt entsteht.

Ich kenne diese Abläufe nicht nur aus Herstellerunterlagen. Während meiner Zeit direkt in der Giordana-Produktion habe ich fast jeden Produktionsschritt selbst begleitet – von der Stoffauswahl über Design, Druckvorbereitung und Zuschnitt bis zur abschliessenden Kontrolle und Verpackung. Nur genäht habe ich selbst nicht.

Auf dieser Seite zeige ich, wie Giordana Radsportbekleidung in Italien entwickelt und gefertigt wird, welche Details dabei entscheidend sind und was davon später auf dem Rad tatsächlich spürbar wird.

Von der Idee zum funktionierenden Produkt

Bevor ein Giordana-Produkt in Serie geht, beginnt die Arbeit mit der Frage, was es auf dem Rad leisten soll. Passform, Bewegungsfreiheit, Temperaturregulierung, Kompression und Haltbarkeit müssen zusammen funktionieren – nicht nur einzeln.

Dafür werden unterschiedliche Materialien und Konstruktionen miteinander kombiniert und in Prototypen getestet. Ein Stoff kann für sich hervorragend sein und trotzdem nicht zum restlichen Produkt passen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Material, Elastizität, Schnitt und Naht.

Genau das habe ich auch während meiner Zeit in der Giordana-Produktion erlebt. Schon bei der Stoffauswahl wird sehr genau darauf geachtet, welche Eigenschaften an welcher Stelle benötigt werden. Danach wird der Schnitt vorbereitet und die einzelnen Stoffbahnen entsprechend zugeschnitten.

Bis daraus ein fertiges Produkt entsteht, werden verschiedene Kombinationen ausprobiert, angepasst und erneut getestet. Für mich war besonders eindrücklich zu sehen, wie viele kleine Entscheidungen nötig sind, damit sich ein Kleidungsstück später selbstverständlich anfühlt.

Technische Schnittteile für Giordana Radsportbekleidung am Bildschirm

Vom Design auf den Stoff

Bei individuell gestalteten Giordana Custom-Produkten beginnt der Produktionsprozess mit einer Visualisierung. Daraus entsteht die technische Druckvorlage, die exakt auf die späteren Schnittteile abgestimmt wird.

Ich habe diesen Ablauf selbst begleitet: vom Entwurf über die Druckfreigabe bis zur Übertragung des Designs auf das Druckpapier. Anschliessend werden die ausgewählten Stoffe zusammen mit dem Druckpapier in den Produktionsprozess gegeben und das Design auf den Stoff übertragen.

Erst danach werden die bedruckten Stoffteile für die weiteren Arbeitsschritte vorbereitet und zum Nähen bereitgelegt.

Gerade hier wird sichtbar, wie eng Design und Produktion zusammenarbeiten müssen. Eine Gestaltung muss nicht nur auf dem Bildschirm gut aussehen, sondern später auch über Nähte, verschiedene Stoffbahnen und unterschiedliche Grössen hinweg sauber funktionieren.

Druck eines Giordana Designs auf Transferpapier Übertragung eines Designs auf Stoff in der Giordana Produktion Maschineller Zuschnitt von Stoff in der Giordana Produktion

Wenn aus Einzelteilen ein Kleidungsstück wird

Nach Zuschnitt und – bei bedruckten Custom-Produkten – Sublimation werden die einzelnen Stoffteile für das Nähen vorbereitet.

In der Produktion habe ich besonders das konzentrierte Zusammenspiel der verschiedenen Arbeitsschritte erlebt. Jeder Bereich baut auf dem vorherigen auf. Wenn Zuschnitt, Materialspannung oder Position eines Details nicht stimmen, zeigt sich das später beim Zusammensetzen sofort.

Genäht habe ich selbst nicht, aber ich habe sehr genau gesehen, wie wichtig sauberes und präzises Arbeiten ist. Gerade bei elastischen Materialien müssen Nähte nicht nur stabil sein, sondern auch zur Beweglichkeit des gesamten Kleidungsstücks passen.

Verarbeitung von Giordana Radsportbekleidung an der Nähmaschine

Präzision beim Sitzpolster

Das Sitzpolster ist ein zentraler Bestandteil einer Radhose. Entscheidend ist aber nicht nur das Polster selbst, sondern auch, wie es in die Hose eingesetzt wird.

Sowohl das Sitzpolster als auch das Hosenmaterial sind elastisch. Beim Einnähen muss deshalb die Spannung beider Materialien sehr genau aufeinander abgestimmt werden. Nur so liegt das Polster später sauber in der Hose und bleibt beim Fahren dort, wo es funktionieren soll.

Ein weiteres Detail, das oft unterschätzt wird: Die Position des Sitzpolsters ist nicht bei jeder Grösse identisch. Je nach Hosengrösse verändert sich die Platzierung, damit das Polster anatomisch korrekt sitzt.

Giordana Cirro S Sitzpolster für Herren

Die Unterschiede zwischen den Giordana Sitzpolstern findest Du in unserem Sitzpolster-Vergleich.

Testen, anpassen, erneut testen

Bevor ein neues Giordana-Produkt in den Verkauf geht, wird viel getestet und angepasst. Dabei geht es nicht nur darum, ob ein Material hochwertig wirkt, sondern wie es sich unter realen Bedingungen verhält.

Geprüft werden unter anderem Beständigkeit, Elastizität und das Verhalten bei Sonne, Kälte, Bewegung und wiederholtem Waschen. Oft entstehen mehrere Prototypen, bis Materialien, Schnitt und Nähte wirklich harmonieren.

Wenn ein Prototyp technisch funktioniert, folgen Praxistests mit unterschiedlichen Fahrern – vom Profi bis zum ambitionierten Hobbyfahrer. So zeigt sich, ob ein Produkt nicht nur im ersten Eindruck überzeugt, sondern auch über längere Zeit und unter verschiedenen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Erst wenn diese Kombination aus Material, Konstruktion und Praxistest stimmt, ist ein Produkt bereit für den Verkauf.

Bevor das Produkt die Produktion verlässt

Nach der Fertigung wird das Produkt nochmals kontrolliert. Dabei werden Verarbeitung, Nähte, Druckbild und die korrekte Ausführung geprüft.

Erst danach wird die Bekleidung verpackt und für den Versand vorbereitet.

Auch diesen letzten Schritt habe ich in der Produktion selbst begleitet. Gerade hier zeigt sich nochmals, wie konsequent Giordana auf Details achtet, bevor ein fertiges Produkt die Fabrik verlässt.

Kontrolle und Vermessung fertiger Giordana Radsportbekleidung

Was man davon auf dem Rad merkt

Am Ende zählt nicht, wie viele Arbeitsschritte hinter einem Produkt stehen, sondern wie es sich beim Fahren anfühlt.

Wenn Material, Schnitt, Elastizität, Nähte und Sitzpolster sauber aufeinander abgestimmt sind, entsteht Bekleidung, die sich der Bewegung anpasst, stabil sitzt und auch über längere Zeit komfortabel bleibt.

Genau darin liegt für mich die Stärke von Giordana: Die einzelnen Details werden nicht isoliert betrachtet. Entscheidend ist, dass sie als Ganzes funktionieren.

Wenn Du die passende Giordana Trägerhose suchst, hilft Dir unser Trägerhosen-Vergleich. Für die richtige Grösse findest Du zusätzlich unsere Grössenberatung.

Ken Kübler – Giordana Schweiz und Kübler Sport

Ken Kübler

Ken betreut Giordana seit 2003 und führt Kübler Sport in zweiter Generation. Seine Beratung verbindet eigene Produkterfahrung, tägliche Kundenberatung und den direkten Austausch mit der Giordana-Produktion in Italien.

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